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Fahrerassistenzsysteme (FAS) in der Führerprüfung: Was Fahrschüler ab 2025 wissen müssen

Fahrerassistenzsysteme (FAS) in der Führerprüfung: Was Fahrschüler ab 2025 wissen müssen

Seit dem 1. Juli 2025 hat sich in der schweizerischen Fahrausbildung einiges geändert: Fahrerassistenzsysteme, kurz FAS, sind nun fester Bestandteil der theoretischen und praktischen Führerprüfung. Egal, ob du gerade deinen Lernfahrausweis beantragst oder die praktische Prüfung vor Augen hast – das Thema FAS wird dich begleiten. In diesem Artikel erfährst du, welche Systeme relevant sind, wie sie in der Prüfung bewertet werden und welche häufigen Fehler du vermeiden solltest.

Warum werden FAS in der Führerprüfung geprüft?

Die Integration von FAS in die Prüfung ist eine direkte Reaktion auf gesetzliche Vorgaben. Die Schweiz übernimmt weitgehend die EU-Verordnung 2019/2144 (General Safety Regulation), die seit Juli 2024 für alle neu zugelassenen Personenwagen verschiedene Assistenzsysteme verpflichtend vorsieht. Da Neulenker zunehmend in Fahrzeugen mit komplexen Assistenzfunktionen unterwegs sein werden, ist es essenziell, deren Funktionsweise, Nutzen und Grenzen zu verstehen.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) schätzt, dass korrekt genutzte FAS bis zu 50 Prozent der schweren Unfälle verhindern könnten. Doch Vorsicht: Blindes Vertrauen in die Technik kann zu neuen Gefahren führen – das sogenannte Risikokompensation. Genau diesem Risiko soll die überarbeitete Ausbildung entgegenwirken.

Welche Systeme musst du kennen?

In der Prüfung werden dir keine theoretischen Fragen über Elektronik gestellt. Vielmehr geht es darum, die wichtigsten Systeme zu erkennen, ihre Wirkungsweise zu verstehen und deren Grenzen realistisch einzuschätzen. Die Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa) und der Fahrlehrerverband L-drive Schweiz heben folgende Systeme als besonders prüfungsrelevant hervor:

  • ABS (Antiblockiersystem): Verhindert beim Vollbremsen das Blockieren der Räder, damit das Fahrzeug lenkbar bleibt.
  • ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm): Verhindert das Ausbrechen des Fahrzeugs durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder.
  • Notbremsassistent (AEB): Warnt bei drohender Kollision und initiiert eine Notbremsung, falls der Fahrer nicht reagiert.
  • Spurhalteassistent: Erkennt Fahrbahnmarkierungen und warnt oder lenkt aktiv gegen, wenn du unbeabsichtigt die Spur verlässt.
  • Totwinkelassistent: Überwacht den toten Winkel und warnt vor Fahrzeugen im Nebenbereich.
  • Adaptiver Tempomat (ACC): Hält nicht nur eine eingestellte Geschwindigkeit, sondern auch einen definierten Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Die drei Wirkungsweisen von FAS

Ein zentrales Lernziel in der Theorieprüfung ist die Unterscheidung der drei grundsätzlichen Wirkungsweisen von FAS:

  1. Informierend und warnend: Totwinkel-Leuchte, Verkehrszeichenerkennung, Geschwindigkeitswarner.
  2. Kontinuierlich unterstützend: Adaptiver Tempomat, aktiver Spurhalteassistent – greifen permanent in die Fahraufgabe ein.
  3. Temporär eingreifend: Notbremsassistent, ESP – greifen nur im Notfall oder bei unmittelbarer Gefahr aktiv ein.

Wie werden FAS in der praktischen Prüfung bewertet?

Die Prüfung der FAS erfolgt nicht als separater Testteil, sondern organisch während der gesamten Prüfungsfahrt. Der Verkehrsexperte beurteilt drei Kernkompetenzen:

  1. Systemkenntnis: Kannst du auf Nachfrage erklären, welche Systeme im Fahrzeug verbaut sind und wie sie aktiviert werden?
  2. Korrekte Anwendung: Nutzt du die Systeme situationsgerecht? Der ACC auf der Autobahn ist sinnvoll, im dichten Stadtverkehr jedoch weniger.
  3. Risikobewusstsein: Erkennst du die Grenzen der Systeme und reagierst du korrekt auf Warnungen oder Systemeingriffe?

Ein wichtiger Hinweis: Greift ein Assistenzsystem wie der Notbremsassistent ein, weil du durch mangelnde Aufmerksamkeit eine gefährliche Situation verursacht hast, wird dies als schwerer Fehler gewertet – in der Regel bedeutet das das Nichtbestehen der Prüfung.

Rechtliche Grundlagen: SVG, VZV und ASTRA

Die Neuerungen sind in verschiedenen Gesetzen auf Bundesebene verankert. Das Strassenverkehrsgesetz (SVG) legt in Artikel 31 fest, dass der Fahrzeugführer jederzeit sein Fahrzeug beherrschen muss – auch und gerade im Zeitalter der Assistenzsysteme. Die Verkehrszulassungsverordnung (VZV) definiert in den Anhängen 11 und 12 die konkreten Lernziele für die theoretische und praktische Ausbildung.

Die asa-Richtlinie Nr. 7 ist für die Prüfungsexperten das entscheidende Regelwerk. Sie standardisiert die «Abnahme von Führerprüfungen» und wurde um spezifische Kriterien zur Bewertung der FAS-Kompetenz ergänzt. Ab dem 1. Januar 2027 wird zudem die Auseinandersetzung mit FAS fester Bestandteil des Verkehrskundeunterrichts (VKU).

Die wichtigsten Grenzen von FAS

Ein häufiger Fehler von Fahrschülern – aber auch erfahrenen Autofahrern – ist das überschätzte Vertrauen in die Technik. Jede Assistenzfunktion hat physikalische und technische Grenzen:

  • Der Spurhalteassistent funktioniert nicht bei fehlenden, verschneiten oder durch Baustellen uneindeutigen Markierungen.
  • Der Notbremsassistent erkennt Fussgänger und Radfahrer bei Dunkelheit und schlechtem Wetter stark eingeschränkt.
  • Der Totwinkelassistent erkennt möglicherweise keine schnellen Motorräder oder Fahrräder.
  • Der ACC erkennt oft nur sich bewegende, aber keine stehenden Objekte (zum Beispiel das Stauende).

Merke dir: FAS sind Assistenten, keine Ersatzfahrer. Die Verantwortung für die sichere Fahrzeugführung liegt immer beim Menschen am Steuer.

Praxistipps für die Prüfung

  • Frag deinen Fahrlehrer: Lass dir vor der Prüfung alle im Fahrschulfahrzeug verbauten Systeme zeigen und erklären.
  • Übe die Bedienung: Du solltest wissen, wie du den ACC ein- und ausschaltest und wie du die Spurhaltefunktion deaktivierst.
  • Denke aktiv mit: Wenn ein System eingreift, erkläre dem Prüfer laut, was passiert ist und warum – das zeigt Bewusstsein.
  • Bleib souverän: Ein Systemeingriff ist nicht automatisch ein Prüfungsabbruch. Wichtig ist, wie du darauf reagierst.

🧠 Quiz: Teste dein Wissen zu Fahrerassistenzsystemen

Wie gut kennst du dich mit FAS aus? Beantworte die folgenden fünf Fragen und finde es heraus!

Frage 1: Was passiert, wenn der Notbremsassistent während der praktischen Führerprüfung eingreift, weil der Kandidat eine Gefahrensituation übersehen hat?

  • Es wird als schwerer Fehler gewertet und führt in der Regel zum Nichtbestehen.
  • Es wird als leichter Fehler gewertet, da das System ja funktioniert hat.
  • Es hat keinen Einfluss auf die Prüfungsbewertung.
  • Es wird als positiv gewertet, weil der Kandidat das System korrekt nutzt.
✅ Richtig! Ein Eingriff des Notbremsassistenten wegen mangelnder Aufmerksamkeit des Kandidaten wird als schwerer Fehler taxiert – vergleichbar mit einem Eingriff des Prüfungsexperten.

Frage 2: Welche der folgenden Aussagen über den Spurhalteassistenten ist korrekt?

  • Er funktioniert einwandfrei bei jeder Witterung und auf jeder Strasse.
  • Er kann bei fehlenden, verschneiten oder durch Baustellen uneindeutigen Markierungen versagen.
  • Er ersetzt das Blinken beim Spurwechsel vollständig.
  • Er ist in der Schweiz nur bei Neuwagen ab 2027 Pflicht.
✅ Richtig! Der Spurhalteassistent basiert auf Kameras, die Fahrbahnmarkierungen erkennen. Bei schlechter Sicht oder fehlenden Markierungen kann das System ausfallen.

Frage 3: In welche drei Kategorien werden Fahrerassistenzsysteme (FAS) eingeteilt?

  • Aktiv, passiv und hybrid.
  • Informierend/warnend, kontinuierlich unterstützend und temporär eingreifend.
  • Mechanisch, elektronisch und autonom.
  • Pflicht, empfohlen und freiwillig.
✅ Richtig! Die asa und der Fahrlehrerverband unterscheiden informierende/warnende, kontinuierlich unterstützende und temporär eingreifende Systeme – ein zentrales Prüfungswissen.

Frage 4: Was bedeutet die Abkürzung ESP im Zusammenhang mit Fahrerassistenzsystemen?

  • Elektronische Sprachsteuerung für das Infotainmentsystem.
  • Erhöhte Sicherheitsprüfung bei der Fahrzeugabnahme.
  • Elektronisches Stabilitätsprogramm, das das Ausbrechen des Fahrzeugs verhindert.
  • Elektronischer Schlüsselspeicher für die Fahrzeugzentralverriegelung.
✅ Richtig! ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) verhindert das Ausbrechen des Fahrzeugs durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder und Reduzierung der Motorleistung.

Frage 5: Seit wann sind Kenntnisse über Fahrerassistenzsysteme fester Bestandteil der schweizerischen Führerprüfung?

  • Seit dem 1. Januar 2020.
  • Seit dem 1. Juli 2025.
  • Seit dem 1. Januar 2027.
  • Seit dem 7. Juli 2024.
✅ Richtig! Seit dem 1. Juli 2025 sind FAS fester Bestandteil der theoretischen und praktischen Führerprüfung. Ab 2027 werden sie zudem obligatorisch im VKU behandelt.

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Fazit: FAS sind kein Selbstläufer

Die Integration von Fahrerassistenzsystemen in die Führerprüfung ist ein wichtiger Schritt für die Verkehrssicherheit in der Schweiz. Doch die beste Technik nützt nichts, wenn der Fahrer sie nicht versteht, korrekt einsetzt und ihre Grenzen respektiert. Als Fahrschüler solltest du dir die Zeit nehmen, die im Fahrschulfahrzeug verbauten Systeme kennenzulernen – nicht nur für die Prüfung, sondern für dein gesamtes Fahrerleben.

Tipp: Ab dem 1. Januar 2027 wird der Umgang mit FAS zudem fester Bestandteil des Verkehrskundeunterrichts (VKU). Wer heute lernt, ist also bestens gerüstet für die Zukunft der Mobilität.

Quellen: ASTRA, asa (Vereinigung der Strassenverkehrsämter), L-drive Schweiz, BFU, VZV Anhänge 11/12, EU-Verordnung 2019/2144

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