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ACHTUNG vor den 10 grössten Fehlern im Strassenverkehr

Die 10 grössten Fehler im Strassenverkehr

(in der Schweiz, speziell bei jungen Fahrer:innen)

Hallo zusammen! Ich bin HUMA – dein Fahrlehrer aus Appenzell.
Wir schauen uns jetzt die 10 grössten Fehler im Strassenverkehr an – basierend auf Schweizer Statistiken (v.a. BFU) und Schweizer Gesetz (SVG/VRV). Danach bist du beim VKU und an der Prüfung bestens vorbereitet.

Ich stütze mich u.a. auf:

Die BFU zeigt z.B.:

  • 18–24-Jährige haben deutlich mehr schwere Unfälle pro gefahrene Kilometer als ältere Lenker:innen BFU-Jugendliche.
  • Unaufmerksamkeit/Ablenkung ist bei ca. 31 % der schweren Unfälle beteiligt, Geschwindigkeit ist eine der häufigsten Ursachen tödlicher Unfälle BFU-Risiken.
  • Bei Neulenkenden sind zu schnell, müde, angetrunken und abgelenkt die zentralen Unfallursachen BFU-Neulenkende.

1. Ablenkung durch Handy & Co.

Was passiert?
Handy in der Hand, WhatsApp, Insta, Snap, Musik suchen, Navi fummeln.

Warum ist das so gefährlich?

  • Du schaust nicht auf die Strasse, sondern aufs Display.
  • Schon 2–3 Sekunden weggeschaut = viele Meter blind gefahren.
  • Die BFU sagt: Unaufmerksamkeit/Ablenkung ist Unfallursache Nr. 1 – bei rund 31 % aller schweren Unfälle beteiligt, täglich etwa 3 Schwerverletzte in der Schweiz BFU-Risiken.

Was sagt das Gesetz?

  • Art. 31 Abs. 1 SVG: Du musst dein Fahrzeug ständig beherrschen.
  • Art. 3 Abs. 1 VRV: Du musst deine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden.
  • Art. 3 Abs. 4 VRV: Das Benützen von elektronischen Geräten, die von Hand bedient werden müssen, ist während der Fahrt untersagt.

HUMA-Tipp:
Handy auf «Nicht stören»/Fokus, Navi & Musik vor der Fahrt einstellen. Im Auto gilt: Wer fährt, bedient nichts.


2. Nicht angepasste Geschwindigkeit

Was passiert?
Zu schnell in Kurven, zu schnell im Regen, zu schnell im Dorf, weil «es pressiert».

Warum ist das gefährlich?

  • Längere Bremswege, weniger Zeit zum Reagieren.
  • Kleine Fehler haben grosse Folgen.
  • BFU: Überhöhte Geschwindigkeit ist häufigste Mitursache tödlicher Unfälle, verursacht täglich zwei schwere Personenschäden BFU-Risiken.
  • Bei Junglenkenden ist Tempo nach Schleuder-/Selbstunfällen die zweithäufigste Unfallursache Zurich/Junglenker mit BFU-Daten.

Was sagt das Gesetz?

  • Art. 32 Abs. 1 SVG: Du musst die Geschwindigkeit stets den Umständen anpassen (Fahrzeug, Strasse, Verkehr, Sicht, Wetter).

HUMA-Tipp:
Nicht nur «50/80/100/120» im Kopf – sondern: Wie ist die Situation? Regen, Nacht, Kinder, enge Kurven = Tempo runter.


3. Alkohol am Steuer (insbesondere in der Probezeit)

Was passiert?
«Nur zwei Bier, das geht schon» – und trotzdem ans Steuer.

Warum ist das gefährlich?

  • Alkohol reduziert Reaktionsfähigkeit, Konzentration, Sicht und macht risikofreudig.
  • BFU: Bei über 10 % der schweren Unfälle ist Alkohol im Spiel. Alkohol- und Geschwindigkeitsunfälle enden doppelt so oft tödlich wie Unfälle wegen Ablenkung oder Vortrittsmissachtung BFU-Risiken.
  • Bei Neulenkenden ist Alkohol immer noch eine der häufigsten Unfallursachen BFU-Neulenkende.

Was sagt das Gesetz?

  • Art. 31 Abs. 2 SVG: Wer nicht fahrfähig ist (Alkohol, Drogen, Medikamente, Müdigkeit), darf kein Fahrzeug führen.
  • Art. 55a SVG: Für Neulenker:innen mit Führerausweis auf Probe gilt 0.0 Promille – vollständiges Alkoholverbot.

HUMA-Tipp:
Wer fährt, trinkt nicht. Punkt. Vor dem Ausgang abmachen: Fahrer bleibt nüchtern oder man nimmt ÖV/Taxi.


4. Fahren in übermüdetem Zustand

Was passiert?
Nach langer Schule/Arbeit/Party noch «schnell» heimfahren.

Warum ist das gefährlich?

  • Müdigkeit wirkt ähnlich wie Alkohol.
  • Konzentration, Wahrnehmung und Reaktion sind massiv schlechter.
  • Sekundenschlaf = einige Sekunden komplett weg – bei 100 km/h bist du in 3 Sekunden fast 90 Meter blind unterwegs.
  • Studien & BFU-Auswertungen: Bei ungefähr jedem zehnten Unfall spielt Müdigkeit eine Rolle vgl. Zurich/BFU.

Was sagt das Gesetz?

  • Art. 31 Abs. 2 SVG: Auch Übermüdung fällt unter fehlende Fahrfähigkeit.

HUMA-Tipp:
Wenn du dich fragst «Bin ich noch fit genug?», ist die Antwort meist schon NEIN. Lieber Powernap, Fahrerwechsel oder Auto stehen lassen.


5. Vortritt missachten

Was passiert?

  • «Ich press mich noch schnell rein»,
  • Fussgänger auf dem Streifen nicht durchlassen,
  • Töff/Velo beim Abbiegen übersehen.

Warum ist das gefährlich?

  • Führt direkt zu Kollisionen, oft mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern (Fussgänger, Velos, Töff).
  • BFU: Vortrittsmissachtung ist die zweithäufigste Unfallursache. Bei rund 70 % solcher schweren Unfälle sind Autolenkende die Verursacher BFU-Risiken.

Was sagt das Gesetz?

  • Art. 36 SVG regelt den Vortritt (u.a. Grundsatz: «Rechtsvortritt» – wer von rechts kommt, hat Vortritt, sofern nichts anderes signalisiert ist).
  • Fussgängerstreifen: Art. 33 Abs. 2 SVG – Fussgänger dürfen nicht überrascht werden, der Lenker muss anhalten, wenn nötig.

HUMA-Tipp:
Im Zweifel: zurückstecken. Vortritt ist kein Kampf, sondern Schutzregel.


6. Eigene Fähigkeiten überschätzen (Risikofreude + wenig Erfahrung)

Was passiert?
«Ich kann das schon», «Das Auto hat ESP», «Ich bin doch kein Anfänger».

Warum ist das gefährlich?

  • Junglenkende haben wenig Fahrpraxis, aber oft viel Selbstvertrauen.
  • BFU: Junge Erwachsene haben überproportional viele schwere Unfälle; mangelnde Erfahrung + jugendliches Temperament sind zentrale Faktoren BFU-Jugendliche.
  • Selbstverschuldete Schleuder- und Selbstunfälle sind bei 18–24-Jährigen die häufigste Unfallart BFU-Neulenkende.

Was sagt das Gesetz?

  • Art. 26 Abs. 1 SVG: Du musst das Fahrzeug so beherrschen, dass du alle Vorschriften einhalten kannst.
  • Das impliziert: Du darfst nur so schnell und so riskant fahren, wie du’s wirklich im Griff hast – nicht nur im Kopf.

HUMA-Tipp:
Frag dich bei jeder Aktion: «Würde ich das auch so machen, wenn der Prüfer neben mir sitzen würde?» Wenn nein → lass es.


7. Gruppendruck & «die Kollegen beeindrucken wollen»

Was passiert?
Vollbesetztes Auto, laute Musik, Stimmung gut – jemand ruft: «Gib mal Gas!» oder «Fahr doch da durch!».

Warum ist das gefährlich?

  • Gruppendruck senkt Hemmungen.
  • Man fährt riskanter, schneller, aggressiver.
  • BFU betont: Einfluss von Gleichaltrigen und Risikofreude verstärken das Unfallrisiko bei jungen Erwachsenen BFU-Jugendliche.

Was sagt das Gesetz?

  • Art. 27 ff. SVG/VRV – alle Vorschriften gelten trotz Gruppendruck.
  • Wenn du wegen Gruppendruck grob verkehrswidrig fährst, ist das trotzdem deine Verantwortung (SVG ahndet die fahrende Person, nicht die Mitfahrer).

HUMA-Tipp:
Lenkrad = deine Verantwortung. Wenn dir etwas zu heikel ist: klar sagen «So fahr ich nicht» – im Extremfall anhalten und jemanden ausladen.


8. Schlechte Beobachtung & falsche Blicktechnik

Was passiert?

  • Kein Schulterblick beim Spurwechsel,
  • Spiegel nur selten nutzen,
  • Fussgänger/Velos/Töff im toten Winkel übersehen.

Warum ist das gefährlich?

  • Viele Unfälle passieren, weil etwas nicht gesehen wurde.
  • BFU: Vorausschauendes und defensives Fahren ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren BFU-Neulenkende.

Was sagt das Gesetz?

  • Art. 26 SVG: Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden.
  • Art. 34 SVG: Beim Wechseln der Fahrbahn, beim Überholen etc. ist besondere Vorsicht geboten; du musst sicherstellen, dass du niemanden gefährdest.

HUMA-Tipp:
Blicktechnik trainieren: Spiegel – Blinker – Spiegel – Schulterblick. Augen ständig in Bewegung, nicht starren.


9. Blindes Vertrauen in Fahrassistenzsysteme

Was passiert?
«Mein Auto hat ABS, ESP, Notbremsassistent – das fängt mich schon auf.»

Warum ist das gefährlich?

  • Technik hilft, aber sie ersetzt nicht deinen Kopf.
  • BFU zeigt: Trotz moderner Fahrzeuge bleibt das Risiko für junge Lenker:innen deutlich erhöht BFU-Jugendliche.
  • Viele Schleuder- und Selbstunfälle passieren trotz (oder wegen übertriebenem Vertrauen in) Assistenzsysteme.

Was sagt das Gesetz?

  • Art. 26 SVG: Du musst dein Fahrzeug beherrschen – nicht das Auto dich.
  • Assistenzsysteme entbinden dich nicht von deiner Verantwortung.

HUMA-Tipp:
Fahr so, als ob dein Auto keine Helferlein hätte. Die Systeme sind Bonus, nicht Freipass.


10. Falsches Verhalten in den Bergen & bei schwierigen Bedingungen

Was passiert?

  • Bergab im falschen Gang, nur mit Bremse arbeiten → Bremsen überhitzen.
  • Zu schnell in engen Bergkurven.
  • Im Winter zu optimistisch unterwegs.

Warum ist das gefährlich?

  • Schweiz = Alpenland, viele Unfälle passieren auf Bergstrecken.
  • Kombination aus Gefälle, Kurven, Wetter und Übermut führt schnell zum Kontrollverlust.
  • BFU betont generell: Geschwindigkeit, fehlende Erfahrung und schwierige Bedingungen sind zentrale Faktoren bei Unfällen junger Fahrer:innen BFU-Jugendliche.

Was sagt das Gesetz?

  • Art. 32 SVG: Geschwindigkeit den Umständen anpassen (Bergstrasse, Gefälle, Schnee, Eis).
  • Art. 38 VRV: Besondere Regeln auf Bergstrassen (Kreuzen, Ausweichen etc.).
  • Art. 26 SVG: Fahrzeug stets beherrschen.

HUMA-Tipp (Appenzeller Berg-Style):

  • Bergauf: lieber einen Gang tiefer, Motor schön in Drehzahl.
  • Bergab: immer mit Motorbremse, nicht nur mit Pedalbremse.
  • Bei Schnee/Eis/Laub: Tempo massiv runter, Abstand rauf, keine hektischen Lenkbewegungen.